Ratgeber Geldanlage – so legen Sie Ihr Geld einfach und sicher an

Wer sich heutzutage mit dem Thema Geldanlage befasst, findet schnell heraus, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, Geld anzulegen. Die aktuelle Geldpolitik im Euroraum und der daraus resultierenden niedrigen Zinsen für Sparbücher, Tagesgeld und Festgeld, bringt viele Menschen dazu, sich über andere Formen der Geldanlage Gedanken zu machen. Das ist auch gut so, denn liegt die Inflation über den durchschnittlichen Sparzinsen, verliert das Geld dadurch jeden Monat an Wert.

Viele Verbraucher verlieren jedoch leicht den Überblick. Neben Zinsprodukten wie das Sparbuch, Tagesgeld oder Festgeld, gibt es beispielsweise aber auch Aktien, Fonds oder Immobilien. Oft führt der Weg daher zum Berater bei der Hausbank. Diese sind jedoch nicht unabhängig, sondern auf die Produkte spezialisiert, die ihr eigenes Haus anbietet.

Mit ein wenig Eigeninitiative ist es aber auch für Einsteiger nicht schwer, ihr Geld sinnvoll, nachhaltig und gewinnbringend anzulegen. Hierzu bedarf es jedoch der Kenntnisse einiger Grundregeln bei der Geldanlage, die Sie beachten sollten. Darauf wollen wir im Folgenden eingehen und Ihnen einen guten Überblick und Ratgeber bieten.

Die Grundregeln der Geldanlage

Über Ihren Erfolg bei der Geldanlage entscheiden einige Grundregeln, die Sie beherzigen sollten. Um eine individuell passende Geldanlage zu finden, sollten Sie zunächst Ihre individuelle Situation in Bezug auf Vermögen, Einkommen und Schulden klären sowie Ihre Ziele festlegen, die Sie mit Ihrer Geldanlage erreichen möchten. Darüber hinaus gilt es verschiedene Risiken und Renditechancen abzuwägen und die Kosten der Geldanlage zu minimieren.

Diversifizierung als Schutz vor großen Verlusten

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Geldanlage ist die Diversifizierung, also eine Verteilung des eingesetzten Kapitals auf verschiedene Anlageformen wie Tagesgeld, Festgeld, Aktien, Fonds oder beispielsweise Gold. Auf diese Weise setzen Sie nicht alles auf eine Karte. Sollten sich einzelne Positionen unterschiedlich im Wert entwickeln, so lassen sich bei einer breiten Streuung mögliche Verluste einer Anlage durch Gewinne einer anderen Anlage ausgleichen. Betrachten Sie daher Ihr gesamtes Vermögen, auch dahingehend, ob Sie bereits größere Beträge in bestimmten, sicheren Anlageformen, wie beispielsweise einer Riester-Rente oder einem Bausparvertrag, angelegt haben. Ist dies der Fall, so können Sie nun etwas mehr Risiko eingehen.

Gerade für Anleger kleiner bis mittlerer Beträge ist diese Diversifizierung jedoch nicht gerade einfach. Abhilfe können hier Fonds schaffen, da bereits mit kleinen Sparbeträgen eine Streuung auf verschiedene Anlageklassen möglich ist.

Das magische Dreieck der Geldanlage: Rendite, Sicherheit und Liquidität

Um Ihre Geldanlage sinnvoll zu diversifizieren, sollten Sie sich über die drei untereinander konkurrierenden Ziele des magischen Dreiecks der Geldanlage, nämlich Rendite (Ertrag oder Verzinsung), Sicherheit (Höhe des Risikos) und Liquidität (Verfügbarkeit des Geldes) klar werden. Denn eine Wunschanlage mit möglichst hohem Ertrag, am besten ohne Risiko und trotzdem ständiger Verfügbarkeit des angelegten Geldes gibt es nicht. Jeder der drei Eckpunkte des Dreiecks steht für eine der drei Haupteigenschaften der Kapitalanlage. Je wichtiger einer dieser Punkte für Sie ist, desto größer wird in der Regel der Abstand zu den anderen Zielen. Alle dieser drei Kriterien lassen sich also nicht in vollem Umfang erreichen.

Sicherheit

Je sicherer eine Geldanlage sein soll, umso mehr Abstriche müssen entweder bei der Rendite oder der Verfügbarkeit gemacht werden. Das größte Spannungsfeld besteht jedoch zwischen Sicherheit und Rendite. Wer in erster Linie auf Sicherheit achtet, muss immer niedrigere Erträge in Kauf nehmen. Zu den sichersten Produkte gehören Festgelder und Sparbriefe, aber auch Rentenfonds, die ihr Geld überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere anlegen. Je nach Anlageschwerpunkt variieren die Risiken durch steigende oder fallende Kurse, Wechselkursschwankungen oder Zinsänderungen.

Verfügbarkeit

Generell empfiehlt es sich zwei bis drei Netto-Monatsgehälter für eine plötzliche Autoreparatur oder den Urlaub verfügbar zu haben. Diesen Betrag legen Sie optimalerweise auf einem Tagesgeldkonto an.

Wenn das Geld kurzfristig verfügbar sein soll, ist die Rendite in der Regel deutlich niedriger als bei einer Anlage mit längerer Laufzeit. Jedoch gibt es große Unterschiede: Sowohl bei einem Tagesgeldkonto als auch bei Fonds kann schnell auf das Ersparte zugegriffen werden. Zweitere können börsentäglich verkauft werden, jedoch kann eine ungeplante und verfrühte Rückgabe aufgrund schwankender Kurse zu Verlusten führen.

Rendite

Wer fast ausschließlich hohe Erträge verfolgt, kann in riskantere Anlageformen investieren. Solche Geldanlagen sind aber meist mit hohen Kursschwankungen und Verlustrisiken verbunden. Optionsscheine und geschlossene Fonds sollten daher nur etwas für professionelle Anleger, die solche hohen Risiken finanziell eingehen können, sein. Für den durchschnittlichen Anleger kommen vor allem Fonds und Fondssparpläne in Frage. Wer auf Aktien und Aktienfonds setzt, sollte also Geduld mitbringen, um bei niedrigen Kursen nicht verkaufen zu müssen.

Langer Anlagehorizont als Ausgleich für Kursschwankungen

Anleger sollten immer das Risiko und den Anlagehorizont beachten. Gegen die mit hohen Renditen verbundenen Risiken hilft vor allem ein langer Anlagehorizont. Grundsätzlich gilt, je länger Sie Ihr Geld anlegen, desto mehr können Sie in Fonds investieren, da Kursschwankungen ausgeglichen werden können und damit das Risiko dieser abnimmt. Zudem sollten Sie Ihren Geldbedarf abschätzen, um nicht überraschend auf investiertes Geld angewiesen zu sein. Die Folge wäre bei einem vorzeitigen Verkauf häufig eine damit einhergehende Schmälerung der Rendite.

Geringe Kosten erhöhen nachhaltig die Rendite

Entscheidend für Wahl der richtigen Anlage sind die Kosten. Während bei den meisten Tages- und Festgeldkonten keine Gebühren erhoben werden, fallen beim Kauf von Aktien und Fonds Transaktionsgebühren an, zudem müssen solche Wertpapiere in einem Depot verwahrt werden, das oft auch nicht kostenlos ist. Weiterhin fallen bei Fonds Verwaltungsgebühren an, die größtenteils dem Fondsmanagement zukommen und mit der Wertentwicklung verrechnet werden. Bei ETFs, sogenannten Indexfonds, fallen diese Gebühren geringer aus, da sie nicht aktiv gemanagt werden, sondern einen Index nachbilden.

Die Kosten für die Geldanlage sind planbar und stehen schon im Voraus fest. Sie sind für das Ergebnis der jeweiligen Geldanlage sehr wichtig. Gerade bei langfristigen Anlageformen wie Investmentfonds, wirken sich hohe Kosten deutlich spürbar auf die Rendite aus. Es empfiehlt sich daher auf günstige Rahmenbedingungen zu achten. Beispielsweise kann man beim Fondskauf sehr viel Geld sparen, indem man die Fonds ohne Ausgabeaufschlag kauft. Diese Abschlussgebühren können bis zu 5 Prozent des Anlagebetrags ausmachen und werden von einigen Anbietern bis zu 100 Prozent erlassen.